Ein Engel mit großem Herz

Edith Hechtl engagiert sich ehrenamtlich als Familienbegleiterin im Bunten Kreis

Der 6-jährige Jacob hat eine schwere Hirnfehlbildung. Immer wieder bekommt er epileptische Anfälle, bei denen seine Atmung aussetzt. Für die Eltern eine unglaubliche Belastung. Pflege und Therapien bestimmen den Tagesablauf der Familie, oft bleibt wenig Zeit für die Geschwister. Um die Eltern in ihrem stressigen Alltag zu entlasten, hat der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst des Bunten Kreises eine ehrenamtliche Familienbegleiterin vermittelt.  

„Die Familienbegleiterinnen des Bunten Kreises betreuen in ihrer Freizeit Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen auf ihrem oft schweren Krankheitsweg“, erklärt Martina Abold vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst. „Zur Vorbereitung auf ihre Tätigkeit nehmen alle Interessierten an einer intensiven Schulung teil und auch während ihres Einsatzes bleiben wir in Kontakt und stehen unseren Ehrenamtlichen und den Familien mit Rat und Tat zur Seite.“

Eine der 33 Familienbegleiterinnen des Bunten Kreises ist Edith Hechtl. Die 58-Jährige unterstützt die Eltern von Jacob auf vielfältige Art und Weise: Sie ist für ihren schwerkranken Sohn da, spielt aber auch mit seinem kleinen Bruder Emil und hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Mutter. Diese betont: „Edith ist ein wahrer Engel mit großem Herz.“

Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee, sich als Familienbegleiterin zu engagieren? „Zum ersten Mal bin ich schon vor über 25 Jahren mit dem Bunten Kreis in Berührung gekommen“, erzählt Edith Hechtl. „Meine Zwillinge kamen zu früh zur Welt und wir wurden von einer Nachsorgeschwester betreut. Für diese Unterstützung war ich damals unglaublich dankbar, sie hat mir viel Sicherheit gegeben.“ Die zweifache Mutter ist froh, dass ihre Kinder heute gesund sind. „Als Begleiterin möchte ich anderen belasteten Familien etwas von dem, was mir damals Gutes getan wurde, zurückgeben.“

Die Unterstützung einer Familie mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind ist nicht immer leicht und doch empfindet Edith Hechtl sie als bereichernd: „Zu sehen, wie Jacobs kleiner Bruder Emil aufblüht, wenn er einmal einen Nachmittag im Mittelpunkt steht und ich 4 Stunden nur für ihn da bin, ist ein unglaublich schönes Gefühl.“ Edith Hechtl ist selbst berufstätig und hat eine Familie. Dennoch ist das Wichtigste, was sie als Begleiterin schenken kann, Zeit. „Die Familie soll spüren, dass da jemand ist, der ohne Stress und Hektik kommt, und für sie da ist.“ Woher sie die Kraft für diese herausfordernde Tätigkeit nimmt? Edith Hechtl ist überzeugt: „Mich trägt mein Glaube, daraus schöpfe ich Energie.“

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