Transitionsstelle für die Region

Amelie ist 17 Jahre alt. Sie hat seit vielen Jahren die Stoffwechselkrankheit Diabetes. Regelmäßig geht sie zur Behandlung in die Diabetesambulanz der Kinderklinik Augsburg. Die Ärzte und Diabetesberaterinnen kennt sie seit vielen Jahren, sie fühlt sich sehr gut aufgehoben dort. Doch sobald Amelie volljährig wird, muss sie ihr vertrautes Umfeld verlassen, die Kinderklinik ist dann nicht mehr zuständig, die Ärzte dürfen sie nicht mehr behandeln.

„Für Amelie ist es eine große Herausforderung, sich nach so langer Zeit plötzlich einen neuen Arzt suchen zu müssen“, erklärt Waltraud Baur, Diplompädagogin beim Bunten Kreis. So wie Amelie ergeht es vielen Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen. Die Transition, also der Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin hin zur Erwachsenenmedizin, gestaltet sich oftmals schwierig. Studien belegen, dass ohne professionelle Hilfe bis zu 40 Prozent der Betroffenen beim Wechsel in die Erwachsenenmedizin scheitern, d. h. sie suchen sich keinen neuen Arzt oder nehmen vereinbarte Termine nicht wahr. Dieses Verhalten bringt akute gesundheitliche Gefahren und zum Teil gravierende Spätfolgen für die Patienten mit sich.

Mit dem Aufbau einer Transitionsstelle für die Region Augsburg versucht der Bunte Kreis nun, Jugendliche und junge Erwachsene mit chronischen Erkrankungen dabei zu unterstützen, dass dieser Übergang gelingt. „Dazu nehmen wir frühzeitig Kontakt zu den Jugendlichen auf und führen Gespräche, um herauszufinden, was sie in ihrer Situation konkret benötigen und wie ihre weiteren Pläne aussehen“, so Waltraud Baur, die Leiterin des Projekts. Viele Betroffene sind emotional belastet, haben Zweifel und viele offene Fragen: „Was ist, wenn ich mit meinem neuen Arzt nicht zurechtkomme?“ oder „Kann ich überhaupt alle Berufe ausüben?“ Die Mitarbeiterinnen der Transitionsstelle nehmen die Probleme der Jugendlichen ernst und begleiten sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. 

„Wir vernetzen den Erwachsenenmediziner mit dem bisherigen Arzt, organisieren bei Bedarf Fallkonferenzen und binden die Krankenkassen ein“, erläutert Waltraud Baur. In der Regel werden die jungen Menschen eineinhalb bis zwei Jahre unterstützt. „In dieser Zeit halten wir den Kontakt, begleiten den Prozess und werden bei Problemen aktiv. Wir bleiben so lange an der Seite der Jugendlichen, bis wir sicher sein können, dass der Übergang gelungen ist und sich eine stabile Versorgungsroutine entwickelt hat.“

Nähere Informationen zur Transitionstelle finden Sie hier.

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